Frieden durch Kultur – die Idee!

Obwohl heute noch stets ein gewisser Teil der Menschheit davon überzeugt ist, dass der gesuchte und erwünschte Weltfrieden für die gesamte Menschheit nur durch vielerlei Waffen militärisch sichergestellt werden kann bzw. „erzwungen“ werden muss, wächst doch zunehmend das Bewusstsein und die Einsicht bei mehr und mehr Menschen dafür, dass ein Weltfrieden prinzipiell nur das Resultat einer gewaltfreien Regulative sein kann, die von ethisch starken Menschen initiiert und getragen wird. Die wahrlich schrecklichen Auseinandersetzungen und Kriege, die das 20. Jahrhundert über die Menschheit brachte, sprechen für sich. Die heutige globale Lage hat sich sogar wesentlich verschärft, da die „Kriege“ sich auch auf andere Ebenen verlagert haben – ja selbst der Natur hat man in den letzten 50 Jahren den Krieg erklärt. Viele Trillionen Dollar wurden in „moderne“ Waffen, Techniken diktatorischer Art, Kapitalvernetzungen und ähnliches investiert, um den Status einiger Weniger gegenüber dem Rest der Welt abzusichern. Zwar wird über soziale und allgemeine global-menschliche Verbesserungen ununterbrochen gesprochen und konferiert, es wird versprochen bis gelogen, der moderne „Krieg“ jedoch wird in seiner Art gegen die „Anderen“ erfolgreich, offen wie insgeheim, weitergeführt. Mit Blick auf die herrschenden Wirklichkeiten und Zustände der jüngsten Vergangenheit bis hin zur Gegenwart kann in der Addition nur von Kulturschande gesprochen werden.

Frieden und Kultur!

Die Kulturen der Menschheit waren und sind in den heutigen Restwerten grundsätzlich immer auf höhere, dem Menschen übergeordnete moralisch-ethische Gesetze (Richtlinien, Gebote und Verbote) bezogen, die man als „göttlich“ verstand, und die aus einer dem Planeten Erde bzw. dem Kosmos übergeordneten höheren Quelle, aus einer über der Menschheit stehenden „Naturgesetzlichkeit”, „Schöpfung”, „Gottheit“ o.ä. resultierten – kurz: die die Ordnungsgesetze des Kosmos/Universums reflektierten und über die Kultur die Einhaltung von Frieden, Harmonie, Gesundheit, Freude und Wohlbefinden vermittelten und individuell wie gesellschaftlich sicherstellten. Die „Kulturen“ waren daher – mehr oder weniger – bemüht, die Ordnungsgesetze einzuhalten, ihnen zu entsprechen bzw. sich sogar aktiv dieser Gesetze zu bedienen, was, geschichtlich nachgewiesen, viele Hochkulturen und die damit verbundenen „Blütezeiten” bedingte. Es gab keine Lebensbereiche, die nicht qualitativ wie quantitativ durch bestimmte, moralisch–ethische Normen geprägt wurden. Darin hatten sogar die „Fremden“ bzw. „Anderen“, aus anderen Kulturen stammenden, ihren Platz und konnten sich einer Art heiligen „Gastfreundschaft“ erfreuen, wie auch sämtliche Bereiche der Natur in das Bewusstsein der Kulturen integriert und geschützt waren. Dadurch standen die Menschen in deutlichen Vorteilen, die aus eben dieser wohlüberlegten und naturbezogenen Verhaltensweise resultierten.

Zivilisation als Grundlage der Krise

In dem neuen, sich in den letzten 100 Jahren entwickelnden Globalverständnis, das sich mit Ende des 20. Jahrhunderts mehr und mehr durchsetzte, wird zunehmend unterstellt, dass der durch die Wissenschaften eingeleitete Fortschritt sowohl dem Planeten, als auch dessen Bewohnern eine absolut freie, jeglichen Naturgesetzlichkeiten ferne Handlungs- und Verhaltensmöglichkeit einräumen würde. Das in der „Zivilisation“ praktizierte Gesamtverständnis betrachtet „alles“ als machbar, alles als kontrollierbar und als naturgesetzlich folgenlos. Die westliche, in geistiger Hinsicht sich überwiegend als materialistisch verstehende Menschheit unterstellt, dass sie der Kultur nur noch als Beiwerk, als einer Dimension des Zeitvertreibs bedarf. Gleichwohl haben die Wissenschaften aber in aller Deutlichkeit vermittelt, dass die Naturgesetzlichkeiten bis in die „entferntesten“ Teile des Kosmos (Universums) ihre absolute Gültigkeit haben, was deshalb alles im Kosmos unter diese Gesetzmäßigkeiten sogar zwingt. Das primäre Gesetz innerhalb dieser alles umfassenden Einheit basiert sowohl für sämtliche Mikrokosmen wie auch für den Makrokosmos auf dem Gesetz von Ursache und Wirkung. Die durch den Aufbruch bzw. die Überspitzung des Intellekts entstandene Annahme, dass der irdische Mensch im Mittelpunkt der „Welt“ stehe und ihm dadurch sogar absolute Handlungsfreiheit in jeder Beziehung gegeben sei, offenbart sich nicht nur zunehmend als irreführend und falsch, sondern muss in aller Konsequenz durch eine Verhaltensänderung schnellstens korrigiert werden, wobei die Neuorientierung in der Übereinstimmung mit dem wachsenden Bewusstsein für ein kosmisches Weltverständnis zu geschehen hat.

Wir sitzen alle in dem einen Boot

Heute verstehen sich mehr und mehr Menschen als Teil einer globalen Familie – der Menschheit. Relativ unterschiedliche Rassen- und Völkercharakteristika zeigen in einem zweiten Blick jedoch die absolute Identität der bestehenden Analogien im Bereich der Wünsche, des Denkens und des Alltagsverhaltens, was letztendlich die geistig-kulturelle Einheit der Menschheit auch auf diesen Gebieten verdeutlicht. Es sollte außer Frage stehen, dass die positiv-konstruktiven Wünsche und Gedanken Aller in jeder Weise zu respektieren und im Rahmen der gesamt-menschlichen Möglichkeiten schrittweise zu verwirklichen sind. Die Politik bzw. die Politiker haben allzu oft die der Gesamtmenschheit innewohnenden geistig-kulturellen Bedürfnisse, ihre über viele Generationen gewachsenen Potentiale und Befähigungen ignoriert, wodurch vielerlei Kriege, bis heute, entstanden. Eine in Richtung Weltfrieden aktive Politik muss aber unbedingt die über Jahrtausende gewachsenen geistig-kulturellen Wirklichkeiten und die damit verbundenen positiven menschlichen und gesellschaftlichen Energien berücksichtigten und einbringen, um das höhere Ziel einer global-menschlichen Gemeinschaft zu erreichen. Interkulturelle und ethische Komitees/Gremien sollten – auf allen Ebenen als neue und den Politikern und der Wirtschaft assistierende Einrichtungen gegründet werden. Sämtliche gesellschaftliche Institutionen – im Besonderen jene ethischer und kultureller Art – sind daher für eine die Völker und Kulturen verbindende Zukunft der Menschheit, sofern ein gewaltfreier Friede durch Kultur angestrebt wird, von höchster Bedeutung und Wichtigkeit.

Der globale politische Aspekt, der von der Internationalen Gesellschaft „Frieden durch Kultur“ vertreten wird und erfreulicherweise von mehr und mehr kulturell geprägten Menschen, aber auch von einer politischen Elite zunehmend akzeptiert wird, begreift die Menschheit als eine große, in kultureller Vielfalt, sich auf Gegenseitigkeit in ihrer Individualität respektierende Großfamilie. Diese Grundsätzlichkeit bedarf selbstverständlich klar definierter und für jedermann zumutbarer ethischer Grundregeln. In einem solchen Verständnis und in einem objektiv ethischen Rahmen kann und soll sich jede Familie (Volk, Rasse etc.) als Teil einer größeren Einheit widerspiegeln und sich bewusstseinsmäßig in dem gegebenen Weltkulturerbe immer wieder finden, bestätigt und integriert fühlen. Ausschließlich durch eine solche bewusstseinsmäßige Beziehung und Integration in einem allgemein respektierten Rahmen, der sämtliche Weltkulturen in sich auf ethischer Grundlage vereint, können die verschiedenen Konflikte, Schritt für Schritt, und die heute überwiegend künstlich gesteuerten Negativ-Ursachen zügig überwunden werden. Ein solcher Prozess kann nur auf gegenseitigem Zu- und Vertrauen aufgebaut werden – und die damit verbundenen, relativen und praktikablen Lösungen können und dürfen nur schrittweise umgesetzt werden. Respekt auf Gegenseitigkeit und Bestätigung aller existierenden Varianten dessen, was Kultur, Rasse, Nation, Religion oder Nicht-Religion ist, sollte Selbstverständlichkeit sein und werden.

Prinzipien der Internationalen Gesellschaft „FRIEDEN durch KULTUR“

Durch die weltanschaulich offene Struktur der Gesellschaft „Frieden durch Kultur“ – geistig wie kulturell – bietet diese global allen Gemeinschaften, Institutionen, wie allen Individuen ein Fundament, mit welchem sich jeder identifizieren kann. Die höchste Autorität bleibt das Leben (der Alltag) selbst, wobei die wesentliche, für uns alle wichtige Arbeitsaufgabe die Suche, Ausarbeitung und Umsetzung (Anwendung) einer wahren, allumfassenden „lebendigen Ethik“ ist. Inwieweit Einzelne diese ethische Ordnung als „Kosmos“ oder „Universum“ bezeichnen, andere diesen höchsten Ordnungspunkt als „Gott“ oder als unpersönliche „Gottheit“ klassifizieren, ist sekundärer Natur, da diese Begriffe, wenigstens relativ, als Synonyme zu verstehen sind. Institutionen, die dogmatisch „moralische“ Richtlinien, noch dazu den vielen „Anderen“, vorgeben wollen, verschärfen in dem bereits vorhandenen Moral-Pluralismus nur die Kriegsstimmung.

Schon in der Vergangenheit waren sämtliche kulturellen und philosophischen Gemeinschaften bemüht, ethische Aspekte in einem objektiven und für jedermann gültigen Lebensverständnis zu vermitteln und die Wege dahin aufzuzeigen. Bekanntlich bestehen heute nicht nur schon gemeinsame, Völker und Kulturen verbindende Ziele, die intensiv in der ethischen Gemeinsamkeit und Mitarbeit aller ausgebaut werden müssen, sondern auch schon konzipierte, gemeinsame Wege. Diese sollten auch als gemeinsames Fundament für die Zukunft in einer Form von Ideen und Empfehlungen als Mittel einer evolutiven Politik, Wirtschaft und für die dafür notwendigen gesellschaftlichen Strukturen als Leitlinie für alle Handelnden gelten. Eine inter- und multikulturelle Allianz, die hinter diesen Empfehlungen steht und sich mit ihnen identifiziert, hat bedeutend mehr Öffentlichkeitseinfluss und -wert als der jetzige Trend des Gegeneinanders und die damit verbundenen zahlreichen Gegeninitiativen, die z. Zt. praktiziert werden.

SIEBEN Prinzipien

Die nachfolgenden sieben essentiellen Prinzipien – die auch in einer gemeinsamen Interpretation, sofern empfehlenswert und notwendig, ausgebaut werden können – sollten die Zusammenarbeit Aller auf dem Wege der geistigen Gemeinsamkeit begleiten:

Geistig-ethische Prinzipien haben grundsätzlich Priorität vor allem partei-politischen Zweckopportunismus, der zwar Vorteile für Einzelne, aber vielfach auch Nachteile für andere Gemeinschaftsgruppen beinhaltet.

Aktive Toleranz – und nicht passives Geschehenlassen – sollte in allem Handeln, auf der Grundlage gemeinsam auszuarbeitender Konzepte, praktiziert werden.

Offensichtliche Bereitschaft und geistige Offenheit, um Probleme zu lösen, sind nicht nur essentiell, sondern auch in konkreten Einzelheiten erkennbar in allen interkulturellen und interpolitischen Prozessen zu praktizieren.

Gewaltlosigkeit ist ein Grundgesetz, das andererseits die dadurch entstehende bzw. gegebene neue Dimension des aktiven geistig-ethischen Widerstandes nicht ausschließen darf. Niemand kann und darf durch Gesetze in Glaubensfragen bzw. in seiner geistigen Freiheit eingeschränkt werden, sofern er das Grundgesetz der Gewaltlosigkeit einhält.

In allen interreligiösen und -kulturellen Prozessen ist begrifflich das Prinzip der „Synthese” als gemeinsame Reflexion geistig-ethischer Prinzipien zu entwickeln, einzuführen und zu praktizieren, welches heute schon vielfach eine „Arbeitsthese“ zwischen den Bereichen „Religion“ einerseits und „Gesellschaftswissenschaften/Ethik“ anderseits ermöglicht.

Es gilt das Prinzip der Vielfalt in der Einheit! Unter dem Motto „auf dem Weg zur geistigen Gemeinsamkeit” sollte das wesentliche Handlungsprinzip darin bestehen, sämtlichen Weltanschauungsgruppen, „Gläubigen” wie „Ungläubigen” einen gemeinsamen Entfaltungs- und Handlungsrahmen zu bieten!

„Auf dem Wege zu einer geistigen Gemeinsamkeit“

Unter diesem Motto initiierte die Internationale Gesellschaft „Frieden durch Kultur“ 1991 einen Prozess, der in seinen Grundzügen zwischenzeitig von einer Vielzahl von geistigen Führern aus den Bereichen der kulturell-geistigen (religiös-philosophischen) Welt als richtig und wegweisend bestätigt wurde. Das Gleiche gilt für Vertreter aus dem Bereich der Politik, der Wissenschaften und aus anderen Bereichen. Das geistige Fundament „auf dem Wege zur geistigen Gemeinsamkeit“ wurde von prominenten Vertretern internationaler geistiger und religiöser Organisationen der christlichen Orthodoxie, des Islam, des Buddhismus, des Hinduismus und anderer geistiger Gruppen, auch aus Indien, sowie von zahlreichen Vertretern des öffentlichen Lebens aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft gegründet bzw. mitgetragen. Ein unter diesem Arbeitstitel abgehaltener erster Kongreß (in Kasachstan 1992) zeigte bald, dass dieser Weg eine wunderbare Synthese, eine geistige Zusammenarbeit zwischen den Führern der verschiedensten Religionen und Wissenschaftsbereiche einleitete. Als einem wesentlichen Punkt, der als Streitfrage die Menschheit seit vielen Jahrhunderten mehr und mehr trennend begleitet, stimmten die Beteiligten der vorgeschlagenen Formel bzw. der erweiterten Begriffsdefinierung zu, dass die Begriffe „Gott”, „Universum“, „Kosmos”, „Natur”, „Naturgesetzlichkeit”, „Schöpfung”, „Schöpfungsgesetze” und ähnliche als Synonyme für die „einzige und höchste Quelle“, auf die sich die Menschheit bewusstseinmäßig beziehen kann, zu verstehen und zu werten sind. Nur in der geistigen Identität auf der Grundlage dieses höchsten Ordnungspunktes und innerhalb des bewusstseinsmäßig Erkennbaren kann auch die Menschheit die daraus nachvollziehbaren ethisch-naturgesetzlichen Strukturen und Verhaltensleitlinien erkennen, die aus dieser einen und einzigen Quelle reflektieren und für alles und alle gelten. Der Kongress stimmte, ohne Gegenstimmen, der Notwendigkeit zu, innerhalb Kasachstans in einer Round-Table-Struktur die im Lande lebenden, über 110 verschiedenen ethnischen Kulturgemeinschaften bzw. Volksgruppen in einer gemeinsamen ethischen Plattform zusammenzufassen, die sämtliche Kulturgruppen darin fördert, ihre Grundhaltung zu Fragen, Problemen, Gesetzesinitiativen und bedeutenden Geschehnissen auf einen durch sie zu erarbeitenden größten gemeinsamen Nenner zu formulieren und diesen nach außen hin gemeinsam zu vertreten. Darüber hinaus ist diese Round-Table-Vereinigung aller ethnischen Gruppen zugleich das wesentliche Sprachorgan gegenüber der Öffentlichkeit. Diese politische und kulturelle Grenzen überschreitende Plattform bzw. dieses Forum besitzt die geistigen Qualitäten, gemeinsame Ziele und Initiativen auszuarbeiten. Da die Bevölkerung eines Staates im Allgemeinen in Weltanschauungsgruppen organisiert ist – von „Gläubigen“ bis hin zu „Ungläubigen“ – sollten auch diese, in Kommunikation mit ihren Mitgliedern und in Zusammenarbeit mit den anderen, aktiv und offensiv gemeinsam Konzepte entwickeln, die der Politik und Wirtschaft bzw. in der Folge den betroffenen Menschen eindeutige und höchst notwendige Verbesserungen wie Vorteile „für alle“ bringen.

Aus diesem Grund wurde auch die Idee „auf dem Wege zu einer geistigen Gemeinsamkeit“ als Grundlage für das Aktivprogramm der Internationalen Gesellschaft „Frieden durch Kultur“ und als notwendiges Element des zu entwickelnden und zu praktizierenden Dauerprozesses auf weltweiter Basis in das Programm aufgenommen.

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