Frieden durch Kultur - die Idee!

Frieden in der Welt – werden wir das als Menschheit je erleben und verwirklichen?
In der Tat wünscht sich dies fast jeder Bewohner dieses so wundervollen Planeten und doch leben wir in unruhigen Zeiten. Wie ist dieser Frieden zu erreichen? Durch militärischen Eingriff, Konfrontation – oder nicht doch durch wahre Kommunikation, Kooperation, einen kulturellen Austausch über die geistig-ethischen und friedensstiftenden Wissensbausteine und durch Warmherzigkeit?

Viele Menschen sind jedoch überzeugt, dass Waffen die Lösung sind, obwohl wir aus der Geschichte längst hätten lernen müssen. Die wahrlich schrecklichen Auseinandersetzungen und Kriege, die nicht erst das 20. Jahrhundert über die Menschheit brachte, sprechen für sich. Die heutige globale Lage hat sich sogar wesentlich verschärft, da die „Kriege“ sich auch auf andere Ebenen verlagert haben – ja selbst insbesondere der Natur hat man inzwischen den Krieg erklärt.

Und doch haben wir heute alles Wissen zur Verfügung über die Fundamente eines friedvollen Miteinanders. Diese wertvollen geistig-kulturellen Schätze gilt es nun, wieder zu entdecken und in einem konstruktiven Dialog in die Gesellschaft einzubringen.

Frieden und Kultur
Viele Kulturen der Menschheit basieren auf Gesetzmäßigkeiten und Abläufen, die die Menschen aus der Natur und den geistig-spirituellen, ethischen Erkenntnissen alter Weisheitslehren erarbeitet haben. Vielleicht findet sich hier der entscheidende Ansatz: Ein ganzheitliches Denken, das alle Bereiche des Lebens integriert. Der Mensch ist Bewohner zweier Welten: Der physischen und der geistigen. Gerade letztere hat zu tun mit kosmischen, geistigen, göttlichen Dimensionen und Gegebenheiten. Es ist also eine ethische, eine spirituelle Anbindung, die uns ebenso wichtig erscheint wie die Verbindung mit der Naturgesetzlichkeit und der Erde.

Fast alle alten Kulturen, die diese Verbindung als wichtig ansahen, betonten den Wert von Frieden, Harmonie, Gesundheit, Freude und Wohlbefinden, individuell wie gesellschaftlich. Diese Kulturen waren daher – mehr oder weniger – bemüht, die Ordnungsgesetze einzuhalten, ihnen zu entsprechen bzw. sich sogar aktiv dieser Gesetze zu bedienen, was, geschichtlich nachgewiesen, viele Hochkulturen und die damit verbundenen Blütezeiten hervorbrachte. Alle Lebensbereiche waren durch bestimmte, moralisch-ethische Normen geprägt. Darin hatten sogar aus anderen Kulturen Stammende ihren Platz und konnten sich einer Art heiligen Gastfreundschaft erfreuen. Auch waren sämtliche Bereiche der Natur in das Bewusstsein der Kulturen integriert und geschützt.

„Zivilisation“ als Grundlage der Krise
Wir leben in einer herausfordernden Zeit, in der sich eine globale Grundüberzeugung immer mehr Raum verschafft, die sich auf ein rein materialistisches, vom Zufallsprinzip geleitetes Verständnis allen Lebens bezieht. Kosmische Gesetzmäßigkeiten spielen hierbei fast keine Rolle mehr; alles erscheint machbar, kontrollierbar, folgenlos. Die westliche, in geistiger Hinsicht sich überwiegend als materialistisch verstehende Menschheit unterstellt, dass sie der Kultur nur noch als Beiwerk, als einer Dimension des Zeitvertreibs, bedarf und vernachlässigt hierbei das universelle Gesetz von Ursache und Wirkung, in welchem die Verantwortung für unser Tun verankert ist.

Die durch die Überspitzung des Intellekts entstandene Annahme, dass der irdische Mensch im Mittelpunkt der Welt stehe und ihm dadurch absolute Handlungsfreiheit in jeder Beziehung gegeben sei, offenbart sich – u.a. auch durch neue, wissenschaftliche Erkenntnisse – nicht nur zunehmend als irreführend und falsch, sondern sollte durch eine Verhaltensänderung schnellstens korrigiert werden, in Übereinstimmung mit dem wachsenden Bewusstsein für ein kosmisches Weltverständnis.

Wir sitzen alle in einem Boot
Heute verstehen sich mehr und mehr Menschen als Teil einer globalen Familie – der Menschheit. So ist es wunderbar, die Gemeinsamkeiten zu erkennen und gemeinsame Werte und Ziele zu formulieren – zugleich aber die ganz unterschiedlichen Lebenswirklichkeiten der Menschen, Familien und Nationen und Kulturen zu würdigen und in ihrer Vielfalt zu respektieren. Eine Menschheitsfamilie, aber viele unterschiedliche Ausformungen, Farben, Mentalitäten, Wertevorstellungen und Weltbilder. Gerade im Hinblick auf die Digitalisierung unserer Lebenswirklichkeit sollte dies im Auge behalten werden.

Eine in Richtung Weltfrieden aktive Politik muss die über Jahrtausende gewachsenen geistig-kulturellen Wirklichkeiten und die damit verbundenen positiven menschlichen und gesellschaftlichen Energien, Potenziale und Fähigkeiten berücksichtigten, um das höhere Ziel einer globalen Gemeinschaft zu erreichen. Interkulturelle und ethische Komitees und Gremien können auf allen Ebenen den Politikern und der Wirtschaft assistieren. Sämtliche gesellschaftliche Institutionen – im Besonderen jene ethischer und kultureller Art – sind daher für eine Völker und Kulturen verbindende Zukunft der Menschheit mit dem Ziel eines gewaltfreien Friedens von höchster Bedeutung und Wichtigkeit.

Der globale politische Aspekt, der von der Internationalen Gesellschaft „Frieden durch Kultur“ vertreten wird und erfreulicherweise von mehr und mehr kulturell geprägten Menschen, aber auch von einer politischen Elite zunehmend akzeptiert wird, begreift die Menschheit als eine Großfamilie, in kultureller Vielfalt, sich auf Gegenseitigkeit in ihrer Individualität respektierende Einheit. Diese Grundsätzlichkeit bedarf selbstverständlich klar definierter und für jedermann zumutbarer ethischer Grundregeln. In einem solchen Verständnis und in einem objektiv ethischen Rahmen kann und soll sich jede Familie (Gemeinschaft, Kultur) als Teil einer größeren Einheit widerspiegeln und sich bewusstseinsmäßig in dem gegebenen Weltkulturerbe immer wieder finden sowie bestätigt und integriert fühlen. Ausschließlich durch eine solche Beziehung und Integration in einem allgemein respektierten Rahmen, der sämtliche Weltkulturen in sich auf ethischer Grundlage vereint, können die verschiedenen Konflikte, Schritt für Schritt, und die heute überwiegend künstlich gesteuerten Negativ-Ursachen zügig überwunden werden. Ein solcher Prozess kann nur auf gegenseitigem Zu- und Vertrauen aufgebaut werden – und die damit verbundenen, relativen und praktikablen Lösungen können nur schrittweise umgesetzt werden. Respekt auf Gegenseitigkeit und Bestätigung aller existierenden Varianten dessen, was Kultur, Rasse, Nation, Religion oder Weltanschauung ist, sollte selbstverständlich werden.

Prinzipien der Internationalen Gesellschaft „FRIEDEN durch KULTUR“
Durch die weltanschaulich offene Struktur der Gesellschaft Frieden durch Kultur bietet diese global allen Gemeinschaften, Institutionen sowie allen Individuen ein Fundament zur Identifikation mit den gemeinsamen Prinzipien. Die höchste Autorität bleibt das Leben selbst, wobei die wesentliche, für uns alle wichtige Arbeitsaufgabe die Suche, Ausarbeitung und Umsetzung einer wahren, allumfassenden gelebten Ethik ist. Inwieweit Einzelne diese ethische Ordnung als „Kosmos“ oder „Universum“ bezeichnen, andere diesen höchsten Ordnungspunkt als „Gott“ oder als unpersönliche „Gottheit“ klassifizieren, ist sekundärer Natur, da diese Begriffe, wenigstens relativ, als Synonyme zu verstehen sind.

Auch in der Vergangenheit waren kulturelle und philosophische Gemeinschaften bemüht, ethische Aspekte in einem objektiven und für jedermann gültigen Lebensverständnis zu vermitteln und die Wege dahin aufzuzeigen. Bekanntlich bestehen heute nicht nur bereits gemeinsame, Völker und Kulturen verbindende Ziele, die intensiv in der ethischen Gemeinsamkeit und Mitarbeit aller ausgebaut werden müssen, sondern auch schon konzipierte, gemeinsame Wege. Diese sollten als gemeinsames Fundament für die Zukunft als Leitlinie für alle Handelnden gelten. Eine inter- und multikulturelle Allianz, die hinter diesen Empfehlungen steht und sich mit ihnen identifiziert, hat bedeutend mehr Öffentlichkeitseinfluss als der jetzige Trend des Gegeneinanders, der das Ausmaß der Konfliktsituationen weiter anheizt.

SIEBEN Prinzipien
Die nachfolgenden sieben essenziellen Prinzipien – die im Dialog nach und nach ausgearbeitet werden können – begleiten die Zusammenarbeit auf dem Weg zur geistigen Gemeinsamkeit:

Geistig-ethische Prinzipien haben grundsätzlich Priorität vor allem partei-politischen Zweckopportunismus, der zwar Vorteile für Einzelne, aber überwiegend Nachteile für andere Gemeinschaftsgruppen beinhaltet.

Aktive Toleranz – und nicht passives Geschehenlassen – sollte in allem Handeln, auf der Grundlage gemeinsam auszuarbeitender Konzepte, praktiziert werden.

Offensichtliche Bereitschaft und geistige Offenheit, um Probleme zu lösen, sind nicht nur essenziell, sondern auch in konkreten Einzelheiten erkennbar in allen interkulturellen und interpolitischen Prozessen zu praktizieren.

Gewaltlosigkeit ist ein Grundgesetz, das andererseits die neue Dimension des aktiven geistig-ethischen Widerstandes nicht ausschließen darf. Niemand darf durch Gesetze in Glaubensfragen bzw. in seiner geistigen Freiheit eingeschränkt werden, sofern er das Prinzip der Gewaltlosigkeit einhält.

In allen interreligiösen und -kulturellen Prozessen ist das Prinzip der Synthese als gemeinsame Reflexion geistig-ethischer Prinzipien zu praktizieren, was heute schon vielfach eine „Arbeitsthese“ zwischen den Bereichen Religion einerseits und Gesellschaftswissenschaften/Ethik andererseits ermöglicht.

Es gilt das Prinzip der Vielfalt in der Einheit! Unter dem Motto „Auf dem Weg zur geistigen Gemeinsamkeit” sollte das wesentliche Handlungsprinzip darin bestehen, sämtlichen Weltanschauungsgruppen, „Gläubigen” wie Andersdenkenden, einen gemeinsamen Entfaltungs- und Handlungsrahmen zu bieten!

Auf dem Weg zu einer geistigen Gemeinsamkeit
Unter diesem Motto initiierte die Internationale Gesellschaft „Frieden durch Kultur“ 1991 einen Prozess, der in seinen Grundzügen zwischenzeitig durch eine Vielzahl von geistigen Führern aus den Bereichen der kulturellen und religiös-philosophischen Welt als wegweisend bestätigt wurde. Das Gleiche gilt für Vertreter aus Politik, Wissenschaften und aus anderen Bereichen. Das geistige Fundament Auf dem Weg zur geistigen Gemeinsamkeit wurde von prominenten Vertretern internationaler geistiger und religiöser Organisationen der christlichen Orthodoxie, des Islam, des Buddhismus, des Hinduismus und anderer geistiger Gruppen sowie von zahlreichen Vertretern des öffentlichen Lebens aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft gegründet bzw. mitgetragen. (siehe auch unter Internationale Tätigkeiten/Kongresse etc.)

Gründungskongress/Erster Kongress

Ein 1992 in Kasachstan unter diesem Arbeitstitel abgehaltener erster Kongress zeigte bald, dass dieser Weg eine wunderbare Synthese und Zusammenarbeit zwischen den Führern der verschiedensten Religionen und Wissenschaftsbereiche einleitete. Als einem wesentlichen Punkt, der die Menschheit als Streitfrage seit vielen Jahrhunderten trennend begleitet, stimmten die Beteiligten der erweiterten Begriffsdefinierung zu, dass die Begriffe „Gott”, „Universum“, „Kosmos”, „Natur”, „Naturgesetzlichkeit”, „Schöpfung”, „Schöpfungsgesetze” und ähnliche als Synonyme für die einzige und höchste Quelle, auf die sich die Menschheit bewusstseinsmäßig beziehen kann, zu verstehen sind. Nur in der geistigen Identität auf der Grundlage dieses höchsten Ordnungspunktes kann die Menschheit die daraus nachvollziehbaren ethisch-naturgesetzlichen Verhaltensleitlinien erkennen, die aus dieser einen und einzigen Quelle reflektieren und für alle gelten.

Der Kongress stimmte, ohne Gegenstimmen, der Notwendigkeit zu, innerhalb Kasachstans in einer Round-Table-Struktur die im Lande lebenden, über 110 verschiedenen ethnischen Kulturgemeinschaften bzw. Volksgruppen (mit unterschiedlichen Traditionen, Weltanschauungen, Sprachen etc.) in einer gemeinsamen ethischen Plattform zusammenzufassen. Sie fördert sämtliche Kulturgruppen darin, ihre Grundhaltung zu Problemen, Gesetzesinitiativen und bedeutenden Geschehnissen auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen und diesen nach außen hin gemeinsam zu vertreten. Darüber hinaus ist diese Round-Table-Vereinigung aller ethnischen Gruppen zugleich das wesentliche Sprachorgan gegenüber der Öffentlichkeit. Diese politische und kulturelle Grenzen überschreitende Plattform bzw. dieses Forum besitzt die geistigen Qualitäten, gemeinsame Ziele und Initiativen auszuarbeiten. Da die Bevölkerung eines Staates im Allgemeinen in Weltanschauungsgruppen organisiert ist – von „Gläubigen“ bis hin zu „Ungläubigen“ – sollten all diese, in Kommunikation mit ihren Mitgliedern und in Zusammenarbeit mit den anderen, aktiv und offensiv gemeinsam Konzepte entwickeln, die in Politik und Wirtschaft den betroffenen Menschen höchst notwendige Verbesserungen bringen. Diese Initiative führte bereits im Jahr 1992 zur Gründung der Kasachischen Völkerversammlung mit entsprechenden Grundrechten unter dem Patronat des Staatspräsidenten Nursultan Nasarbajew.

Aus diesem Grund wurde auch die Idee Auf dem Weg zu einer geistigen Gemeinsamkeit als Grundlage für das Aktivprogramm der Internationalen Gesellschaft Frieden durch Kultur und als notwendiges Element der Entwicklung auf weltweiter Basis aufgenommen.

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