Verständnistext der Int. Gesellschaft „FRIEDEN durch KULTUR“-Europa aus inter-kultureller Perspektive
Moral unterliegt nicht nur dem Zeitgeist, sondern kann von Land zu Land vollkommen unterschiedlich sein. Was für eine Gruppierung moralisch ist, kann für eine andere höchst unmoralisch sein – Konflikte sind dadurch vorprogrammiert! Moralkriterien lassen sich als Elemente für einen Machtmissbrauch instrumentalisieren.
Moral ist von außen vorgegeben, wird oft mechanisch nachvollzogen. Manches, was früher verboten wurde, ist heutzutage Norm. Global gesehen haben z. B. auch alle Weltanschauungsgruppen ihre eigenen Moralvorstellungen, die sich im Laufe der Zeit wandelten und weiterhin wandeln werden. Moral errichtet Grenzen zu anderen Menschen, engt ein, führt zu kriegerischen Handlungen. Die Gefährlichkeit der Moral liegt in ihrer Unwissenschaftlichkeit und Beliebigkeit.
Ethik ist die Lehre oder Wissenschaft von den Normen menschlichen Handelns gegenüber allen Lebensformen und Gemeinschaften. Ethik ist daher im ursprünglichen Sinn als die wesentlichste Gesellschaftswissenschaft und wie von Platon, Konfuzius, Buddha u. a. gelehrt, zu verstehen. Ihre Bemühungen und tiefgründigen Lehren waren darauf ausgerichtet, dem Menschen einen Verständnisschlüssel für sein ethisches Denken und Handeln – bezogen auf ein übergeordnetes makrokosmisches Ordnungsfeld – zur Hand zu geben und ihm Verständnis für die Rückwirkungen (auf der Grundlage des Gesetzes von Ursache und Wirkung) zu vermitteln. Die Wissenschaft der Ethik ist für qualitativ-charakterliche Richt- und Handlungsleitlinien für Individuum und Gemeinschaft (Staat, Polis) von entscheidender Bedeutung. Wie sämtliche wissenschaftliche Disziplinen unterliegt auch die Wissenschaft der Ethik dem Gesetz der Evolution und ist, als wichtigste Lebens- und Verhaltensleitlinie, daher in Verbindung mit den erzielten Fortschritten der übrigen Wissenschaften zu erforschen und zu interpretieren.
Ethik ist imstande, Moral zu objektivieren. Ethik kann und muss zu einer wissenschaftlichen Erarbeitung bzw. Findung einer all-menschlichen Gerechtigkeits- und Handlungsordnung führen. Die wissenschaftlichen Grundlagen müssen hierfür auf den Naturgesetzen basieren. Das Gesetz von Ursache und Wirkung kann in allem Geschehen nachgewiesen werden, muss objektiviert und als Richtlinie genutzt werden. Eine ethisch-wissenschaftliche Bewertung der Handlungen und Ziele einer Gesellschaft (Nation, Staat) ist die Grundlage für Frieden.
